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Boris Ponitka

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Der Sparschweinbaum: Wenn der Fuchs den Kids das Geld erklärt

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28. Juni 2026
In Buchrezensionen, Finanzen und Investitionen

Der Sparschweinbaum: Wenn der Fuchs den Kids das Geld erklärt

Schau dir mal dieses Bild an.

Mein Kindle lehnt da ganz entspannt an der Fensterscheibe, draußen sieht man ein bisschen Frühlingsidylle, und auf dem Display thront ein Fuchs unter einem Baum voller Sparschweine.

Während wir uns hier über Inflation und Kryptowährungen den Kopf zerbrechen, versucht Bernd Grigat mit Der Sparschweinbaum*, das Thema Finanzen schon in die Kinderzimmer zu bringen.

Ich habe das Ding komplett gelesen und ich sage es dir direkt: Es war gut, aber mehr eben auch nicht.

Es ist ein Kinderbuch, das versucht, den Kleinen den Wert des Geldes beizubringen, und genau da liegt die Krux: Es bleibt zwangsläufig oberflächlich.

Die Geschichte dreht sich um Max, den Sparfuchs, der – wer hätte es gedacht – lernt, wie man aus kleinen Münzen etwas Großes wachsen lässt.

Die Metapher mit dem Baum ist natürlich so alt wie der Zinseszins selbst: Du pflanzt einen Samen, pflegst ihn, und irgendwann kannst du die Früchte ernten.

Das ist pädagogisch wertvoll, keine Frage, aber für jemanden, der schon mal eine Steuererklärung gemacht hat, wirkt das Ganze fast schon schmerzhaft naiv.

Der Fuchs gegen den Hund: Ein unfairer Vergleich?

Wenn wir über Finanzbücher für Kinder reden, kommen wir an einem Klassiker nicht vorbei, den ich hier schon mal seziert habe.

In meiner Rezension zu Ein Hund namens MONEY* (hier kommst du zu meiner Rezension) von Bodo Schäfer haben wir gesehen, dass ein sprechender Labrador deutlich mehr Tiefgang bieten kann, als man zuerst vermutet.

Schäfer baut ein ganzes System auf, während Grigat sich eher auf die reine Moral von der Geschicht‘ konzentriert.

Max der Sparfuchs ist zwar ein sympathischer Kerl, aber er liefert keine wirklichen Werkzeuge, sondern eher ein warmes Gefühl im Bauch.

Es geht um das Sparen an sich, um Disziplin und um das Wartenkönnen – Tugenden, die in unserer „Sofort-Haben-Wollen“-Gesellschaft sowieso vom Aussterben bedroht sind.

Aber machen wir uns nichts vor: Ein Baum, an dem Sparschweine wachsen, ist ein schönes Bild, aber die Realität sieht eben eher nach fallenden Kursen und steigenden Mieten aus.

Die nackte Wahrheit über Kinder-Finanzbücher

Ich finde es ja löblich, wenn Autoren versuchen, das Thema Geld aus der Schmuddelecke zu holen.

Aber bei diesem Werk habe ich das Gefühl, dass es zu sehr darauf bedacht ist, niemanden zu überfordern.

Finanzen sind nun mal trocken, kompliziert und oft auch ein bisschen ungerecht.

Einem Kind zu erzählen, dass alles von allein wächst, wenn man nur ein bisschen spart, ist die halbe Wahrheit.

Es fehlt der Biss, es fehlt die Konfrontation mit der Tatsache, dass die meisten Gänse da draußen eher gerupft werden, als goldene Eier zu legen.

Natürlich ist das Buch für Kids und Jugendliche gedacht, aber auch die merken schnell, dass der Sparschweinbaum im echten Leben oft vom Borkenkäfer der Inflation gefressen wird.

Es ist eine nette Einstiegsdroge in die Welt des Geldes, aber wer echte Souveränität will, muss später ganz andere Kaliber auffahren.

Vom Sparfuchs zum Adler: Der Weg nach oben

Wer den Sprung vom niedlichen Kinderzimmer-Sparen zur echten finanziellen Freiheit schaffen will, braucht ein anderes Mindset.

Das ist genau der Punkt, den ich in meinem eigenen Buch thematisiere.


Hier kommst du direkt zu meinem eigenen Buch „Vom Pleitegeier zum Adler“

Man fängt vielleicht als Sparfuchs an, der seine Münzen zählt und sich über einen kleinen Baum freut.

Aber irgendwann musst du die Schwingen ausbreiten und das große Ganze von oben betrachten.

Du musst lernen, die Thermik des Marktes zu nutzen, anstatt nur im Dreck nach Samen zu wühlen.

Grigats Buch liefert die Wurzeln, aber mein Buch liefert die Flügel.

Es bringt nichts, nur zu sparen, wenn du nicht weißt, wie du dich gegen die Raubvögel da draußen wehrst oder wie du die richtigen Aufwinde findest.

Kritik: Wenn es zu simpel wird

Lass uns mal kurz ein bisschen ironisch werden.

Wenn das Leben so einfach wäre wie in diesem Buch, dann säßen wir alle heute unter unseren eigenen Sparschweinbäumen und würden Cocktails schlürfen.

Die Realität ist, dass die meisten Menschen nicht mal wissen, wie man den Samen überhaupt in die Erde bekommt.

Die Passagen im Buch sind lebendig geschrieben, ja, und der Autor ist sicher ein sympathischer Kerl, der es gut meint.

Aber es ist eben ein Lehrbuch, das sich als Fabel tarnt.

Und wie bei jeder Fabel gibt es eine einfache Lösung für ein komplexes Problem.

Das kann man machen, aber man darf dann nicht enttäuscht sein, wenn die Kids später feststellen, dass Geld nicht an Bäumen wächst.

Man lernt aus dem Leben anderer, auch wenn sie nur fiktive Füchse sind.

Aber man lernt eben auch, wo die Grenzen solcher Geschichten liegen.

Fazit: Nett für den Nachwuchs, aber kein Gamechanger

Der Sparschweinbaum* ist ein ordentliches Buch, um das Thema Geld mal am Abendbrottisch anzusprechen.

Es ist keine Beweihräucherung des Reichtums, sondern eine solide Erinnerung an alte Tugenden.

Authentisch ist es in seinem Bemühen, die Kleinen nicht zu verschrecken.

Aber wenn du mich fragst, ob es dich oder deine Kinder wirklich auf die finanzielle Wildnis da draußen vorbereitet: Wahrscheinlich eher weniger.

Es ist die Vorspeise, ein kleiner Snack für den Kopf.

Wer satt werden will, muss tiefer graben und später zu den Büchern greifen, die auch mal wehtun.

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Pflanzen, aber verlasst euch nicht darauf, dass der Baum von allein groß wird.

Die Welt braucht Adler, keine Füchse, die nur ihre Schweinchen zählen.

Haust du rein, ich bin raus.

–

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