Die Fellnasen-Mafia: Warum du für den Tierarzt eine Rücklage brauchst (oder direkt Privatinsolvenz anmeldest)
Mahlzeit! Heute reden wir mal über ein Thema, das bei vielen für Schnappatmung sorgt: Der Gang zum Tierarzt. Wir alle lieben unsere Viecher, egal ob Hund, Katze, Wellensittich oder Meerschweinchen. Aber machen wir uns nichts vor: Diese Pelzträger sind im Grunde kleine, flauschige Geldverbrennungsmaschinen.
Die Frage, die mir neulich in einer Unterhaltung untergekommen ist: „Muss ich dafür eigentlich echt was zur Seite legen oder passt das schon so?“ Tja, die Antwort ist so simpel wie schmerzhaft: Wer denkt, dass schon nichts passieren wird, der hat wahrscheinlich auch die Hoffnung, dass die Bank ihm die Zinsen für den Dispo schenkt. Spoiler: Beides wird nicht passieren.
Wenn das Haustier zum Luxusgut wird
Das Leben mit Tieren ist kein Streichelzoo für deinen Kontostand. Wir haben zu Hause drei Katzen. Und das sind nicht irgendwelche Sofakissen, sondern echte Freigänger. Die ziehen nachts um die Häuser, und kommen dann morgens rein, schauen dich mit diesem „Ich habe nichts getan“ Blick an, während sie eigentlich gerade die lokale Katzen-Mafia angeführt haben.
Das Problem bei Freigängern (und eigentlich bei jedem Tier): Irgendwas ist immer. Entweder sie hängen irgendwo fest, fressen was, oder sie geraten in eine Schlägerei mit dem Kater von gegenüber. Und genau hier fängt der Spaß an. Der Tierarzt ist nämlich kein karitatives Unternehmen, sondern ein Profi darin, dir für ein bisschen Augenrollen und eine Spritze den Wert eines Kleinwagens abzuknöpfen.
Die Abszess-Affäre und der Karfreitag-Schocker
Ich erzähl dir gerne mal was aus dem Nähkästchen. Eine unserer Katzen kam neulich nach Hause und hatte einen Abszess. Das sah nicht nur eklig aus, da kam auch Zeug raus, das ich hier nicht näher beschreiben will, wenn du gerade dein Müsli isst. Also ab zum Tierarzt. Der schaut sich das an, murmelt was von „Oha, das müssen wir spülen“, zückt ein Spritzchen, gibt ein paar Pillen mit – und zack: 200 Euro.
Warum 200 Euro? Keine Ahnung, auf der Rechnung stehen gefühlt 95 verschiedene Posten, die alle nach Hogwarts klingen. Aber du zahlst es. Was willst du auch machen? Das Tier leiden lassen? Sicher nicht.
Aber es kommt noch besser. Einmal wurde eine unserer Katzen getreten. Ich weiß nicht, welcher Vollpfosten das war, aber die Katze konnte nicht mehr laufen. Natürlich passiert so was nicht an einem sonnigen Dienstagnachmittag um 14 Uhr. Nein, es war natürlich Karfreitag. Kennst du das? Wenn die ganze Welt stillsteht, außer dein Tier, das Hilfe braucht. Also ab in die Tierklinik.
Tierklinik am Feiertag ist finanziell gesehen so was wie ein legaler Raubüberfall in Weiß. Röntgen, zwei Nächte stationär (weil das Tier ja im „Krankenhaus“ für Katzen bleiben muss), Schmerzmittel, Rundumbetreuung. Am Ende stand da eine Rechnung von über 450 Euro. Und das Beste: Die Helferin fragt dich dann mit diesem mitleidigen Blick: „Möchten Sie denn, dass wir das machen?“ Was für eine Frage! „Nö, lassen Sie mal, ich kauf mir für das Geld lieber neue Alufelgen.“ Natürlich sagst du ja! Aber in dem Moment merkst du, wie dein Dispo leise weint.
Die Schuldenkobold-Methode: Das Wohlfühl-Budget für Bello & Co.
Damit du in so einem Moment nicht direkt einen Kleinkredit aufnehmen musst, habe ich mir irgendwann mal die Mühe gemacht und Excel gequält. Ich habe mir alle Rechnungen der letzten fünf Jahre geschnappt und alles zusammengezählt. Von der 50-Euro-Impfung gegen Katzen-Aids (ja, das gibt es wirklich) bis hin zum 450-Euro-Klinik-Schocker.
Dann habe ich das Ganze durch 60 geteilt. Sagen wir mal, da kamen im Schnitt 10 Euro pro Monat raus. Das klingt erst mal nach nichts, oder? Aber wer legt diese 10 Euro denn wirklich konsequent zur Seite? Aber wenn dann die 450-Euro-Rechnung kommt, ist das Geschrei groß.
Ich nenne das gerne mein Wohlfühl-Budget. Es ist ein Puffer, der dafür sorgt, dass ich beim Tierarzt nicht Schweißperlen auf der Stirn habe, sondern ganz entspannt die Karte durchziehe. Es ist ein massiver Unterschied, ob du 450 Euro bezahlen musst und genau 0 Euro auf der hohen Kante hast, oder ob du zumindest schon mal 300 Euro durch deine monatliche Rücklage angespart hast. Das nimmt den Stress aus der Situation.
Versicherung oder Sparkonto?
Jetzt gibt es natürlich die Fraktion, die sagt: „Ich schließ einfach eine Versicherung ab.“ Kann man machen. Es gibt mittlerweile Tierversicherungen für fast alles. Aber auch hier musst du genau hinschauen. Eine Impfung kostet vielleicht 50 Euro, der Klinikaufenthalt 450. Die Versicherung kostet dich aber jeden Monat einen festen Betrag.
Wenn du ein Tier hast, das chronisch krank ist oder ständig in Schlägereien gerät, lohnt sich das vielleicht. Wenn du aber ein Tier hast, das eigentlich nur einmal im Jahr zum Check-up muss, fährst du mit der eigenen Rücklage oft besser. Trotzdem: Ein Vergleich schadet nie. Es gibt Anbieter, die wirklich faire Konditionen haben und dir im Ernstfall den Arsch retten.
Gerade bei Hunden, die vielleicht mal eine teure OP brauchen, kann eine Versicherung der Unterschied zwischen Leben und einer sehr traurigen Entscheidung sein. Schau dir das einfach mal an, vergleich die Preise und entscheide dann – aber entscheide dich für EINE Lösung. Nichts tun ist die teuerste Variante.
Hier kannst du prüfen, ob eine Tierversicherung für dich günstiger ist als das reine Sparen:
Fazit: Sei kein Egoist
Ein Tier gehört zur Familie. Punkt. Und zur Familie gehört man auch dann, wenn man teuer wird. Wer sich ein Tier anschafft, aber nicht bereit ist, ein paar Euro im Monat für dessen Gesundheit beiseite zu legen, sollte sich vielleicht lieber ein Stofftier kaufen. Das braucht keine Impfung und kriegt auch keine Abszesse.
Es geht um Selbstverantwortung. Genauso wie du deine Kredite bedienst, solltest du auch das Gesundheitskonto deines Tieres bedienen. Es schläft sich einfach ruhiger, wenn man weiß, dass man nicht zwischen dem nächsten Urlaub und der OP für den Hund wählen muss.
Wenn du generell Probleme hast, deine Finanzen so zu sortieren, dass am Ende des Monats überhaupt noch was für eine Rücklage übrig bleibt, dann ist mein Buch vielleicht genau der Tritt in den Allerwertesten, den du brauchst. Da erkläre ich dir, wie du deinen ganzen Krempel so sortierst, dass du wieder die Kontrolle über dein Geld gewinnst.
Das wars von mir.
Haust du rein, ich bin raus,
Dein Kobold
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