Autokosten kalkulieren: Meine ehrliche 160€-Rechnung
Heute drücke ich dir mal wieder ganz hautnah aufs Auge, warum ich eine Entscheidung getroffen habe, die für viele da draußen vielleicht nach Rückschritt aussieht.
Für mich bedeutet es aber pure finanzielle Freiheit.
Ich habe mir wieder ein zweites Auto gekauft.
Aber bevor du jetzt denkst, ich bin unter die Leasing-Opfer gegangen oder habe mich vom nächsten schicken Autoverkäufer bequatschen lassen – bleib dran.
Ich zeige dir heute, wie ich meine Autokosten kalkulieren würde und warum ich so handle, wie ich handle.
Es geht hier nicht nur um Blech und Reifen.
Es geht um eine Lebenseinstellung.
Es geht darum, wie du verhinderst, dass dir deine Fixkosten irgendwann die Luft zum Atmen abschnüren.
Mein Ziel ist es, dir zu zeigen, wie du dein Leben so organisierst, dass du am Ende des Geldes nicht noch massiv viel Monat übrig hast.
Das Ende der Bus und Bahn Romantik
Wer mich kennt, weiß: Ich bin Familienvater und wir haben zwei Kinder.
Eigentlich sind wir eine ganze Weile lang tatsächlich mit nur einem einzigen Familienauto ausgekommen.
Mein Alltag bestand aus dem Fahrrad und, wenn das Wetter oder die Strecke gar nicht mehr mitgespielt haben, dem Bus.
Ich habe meine Wege so getaktet, dass es irgendwie passte.
Ich kannte die Busverbindungen von meiner Arbeitsstelle nach Hause auswendig.
Aber die Realität hat mich irgendwann am Schlafittchen gepackt.
Die Kids werden älter, sie haben Hobbys und sie treiben Mannschaftssport.
Und jeder, der Kinder im Sportverein hat, weiß, was das bedeutet.
Auswärtsspiele, Training, Fahrdienst – das volle Programm.
Da stehst du plötzlich am Wochenende da und musst die Logistik für vier Leute mit einem Auto stemmen, das eigentlich gerade woanders gebraucht wird.
Manchmal muss man einfach einsehen, dass sich Lebensumstände ändern.
Ich bin zwar ein großer Fan davon, Dinge so einfach wie möglich zu halten, aber hier stieß das System an seine Grenzen.
Wenn der Aufwand, kein zweites Auto zu haben, größer wird als die Kosten für ein vernünftig kalkuliertes Fahrzeug, dann muss man handeln.
Ein zweites Auto war also kein Luxus-Wunsch, sondern eine Entscheidung für mehr Lebensqualität in der Familie.
Aber – und das ist das große Aber – ich wollte dafür nicht meine finanzielle Seele verkaufen.
Warum Leasing für mich eine Sackgasse ist
Ich hätte es mir einfach machen können.
Ab ins nächste Autohaus und nach einem Leasing-Vertrag fragen.
Ein schicker kleiner Neuwagen, riecht noch nach Fabrik, keine Sorgen wegen Reparaturen, nur eine „kleine“ monatliche Rate.
Ich habe mich sogar kurz informiert, was das heute so kostet, zum Beispiel bei Opel.
Ganz ehrlich?
Für den Nutzen, den ich daraus ziehe, ist das ein Heidengeld.
Du zahlst monatlich dafür, dass dir am Ende nichts gehört.
Du bist an Kilometergrenzen gebunden und hast ständig die Angst im Nacken, dass dir jemand beim Ausparken eine Schramme reinmacht.
Solche Schrammen kosten dich bei der Leasing-Rückgabe am Ende ein Vermögen.
Für mich persönlich ist das einfach zu teuer und zu unflexibel.
Punkt.
Ich bin der Schuldenkobold.
Ich schaue mir meine Finanzen sehr genau an.
Ich will keine aufgeblasene Rate für ein Auto, das am Ende des Tages nur ein Werkzeug ist, um mich von A nach B zu bringen.
Wenn ich sehe, wie viele Leute da draußen 300, 400 oder sogar 500 Euro für ein Auto ausgeben, das sie eigentlich nur am Wochenende wirklich nutzen, dann kriege ich einen Fön.
Das ist für mich eine Sackgasse.
Die Jagd nach dem 1.500-Euro-Golf
Mein Ziel war glasklar: Ein Auto unter 2.000 Euro, am besten noch günstiger.
Aber mit einer eisernen Bedingung: Frischer TÜV und neue AU.
Ich wollte kein Schrottauto, an dem ich am ersten Wochenende rumschrauben muss.
Ich wollte ein Fahrzeug, bei dem technisch alles Relevante gemacht wurde, damit ich für die nächsten zwei Jahre erst einmal Ruhe habe.
Gefunden habe ich schließlich einen älteren Golf bei einem Händler hier in der Umgebung.
Preis: 1.500 Euro.
Klar, das Teil hat seine besten Zeiten hinter sich.
Es ist ein Gebrauchsgegenstand.
Die Zentralverriegelung spinnt manchmal ein bisschen rum – na und?
Das ist mir völlig Laterne.
Die Karre ist trocken, sie fährt, sie bremst und sie hat zwei Jahre TÜV.
Das Auto soll mich zur Arbeit bringen und zurück.
Es erfüllt den Sicherheitsstandard, es ist bezahlt und es gehört mir.
Ich habe sogar noch mit dem Händler ausgehandelt, dass er den Anmeldeservice übernimmt.
Ich habe keine Lust, mich zwei Stunden bei der Zulassungsstelle anzustellen, wenn ich die Zeit sinnvoller nutzen kann.
Zeit ist Geld, und meine Nerven sind mir auch was wert.
Die 80 Euro für die Anmeldung inklusive Gebühren waren ein guter Deal, um den Kopf frei zu haben.
Damit lande ich bei Gesamtkosten von 1.580 Euro für die Anschaffung.
Die knallharte Kalkulation
Jetzt kommen wir zum Kern der Sache.
Ich rechne mir das Ganze auf den Monat runter.
Und zwar ehrlich.
Nicht so, wie die Autoverkäufer es dir vorrechnen, sondern so, wie es dein Konto wirklich belastet.
Wenn wir unsere Autokosten kalkulieren, fängt es bei der Anschaffung an.
Ich habe insgesamt 1.580 Euro auf den Tisch gelegt.
Da das Auto zwei Jahre TÜV hat, teile ich diese Summe durch 24 Monate.
Das ergibt eine monatliche Rate für die Anschaffung von 65,83 Euro.
Dazu kommen die laufenden Fixkosten, die man oft gerne übersieht.
Die KFZ-Steuer kostet mich im Jahr etwa 94 Euro, was auf den Monat umgelegt gerade mal 7,84 Euro ausmacht.
Ein dickerer Brocken ist die Versicherung, die bei mir mit 36,40 Euro pro Monat zu Buche schlägt.
Da ich mit dem Wagen nicht die Weltgeschichte abfahre, sondern nur etwa 3.000 Kilometer im Jahr zurücklege, rechne ich für den Sprit großzügige 50,00 Euro ein.
Wenn man das alles zusammenzählt, komme ich auf eine Gesamtsumme von 160,07 Euro im Monat.
Das ist der Preis für meine Mobilität.
Warum die 24 Monate entscheidend sind
Das ist der wichtigste Punkt meiner Strategie.
Ich gehe im schlimmsten Fall davon aus, dass die Karre in zwei Jahren nichts mehr wert ist oder die Reparaturen für den nächsten TÜV den Rahmen sprengen.
Deshalb lege ich mir die oben genannten 65,83 Euro jeden Monat konsequent zur Seite.
Das ist meine „Auto-Rente“.
In zwei Jahren habe ich wieder 1.580 Euro auf dem Konto.
Wenn der Golf dann noch fährt – super!
Dann habe ich das Geld für Reparaturen oder einfach als Bonus.
Wenn er nicht mehr fährt, gehe ich zum Händler und kaufe mir den nächsten „Zwei-Jahres-Golf“.
Ich fahre also effektiv ein Auto für ca. 160 Euro im Monat inklusive allem.
Ohne Stress, ohne Schulden und ohne Angst vor dem nächsten Prüftermin.
Vergleich: Auto vs. Öffis
Vergleichen wir das mal mit dem Deutschlandticket.
Das kostet aktuell rund 58 Euro (oder bald mehr).
Mein Auto kostet mich rund 160 Euro.
Das sind ca. 100 Euro Differenz im Monat.
Für diese 100 Euro im Monat erkaufe ich mir eine enorme Freiheit.
Ich bin nicht mehr von Busfahrplänen abhängig, die sowieso nicht immer so funktionieren, wie man es braucht.
Ich kann die Kids zum Sport fahren.
Ich kann einkaufen, wann ich will.
Diese Flexibilität ist mir die 100 Euro wert.
Aber eben nur, weil ich die Kosten so niedrig halte.
Würde ich 400 Euro für ein Leasing-Fahrzeug bezahlen, sähe die Rechnung ganz anders aus.
Finanzielle Gesundheit: Wie beim Essen
Diese Art zu rechnen ist für mich wie gesunde Ernährung.
Ich achte sehr darauf, was ich meinem Körper zuführe.
Ich bevorzuge eine natürliche Ernährung im Stil von „God’s Food“.
Ich ernähre mich konsequent nach dem Prinzip der natürlichen Nahrung und zu einem gewissen Teil Low Carb.
Ich esse gerne Obst und gute Kohlenhydrate.
Aber ich lasse Dinge wie Nudeln, Reis oder Kartoffeln konsequent weg.
Das macht das Leben einfach leichter.
Genauso sehe ich meine Finanzen.
Ich möchte keine „künstlichen“ Schuldenprodukte.
Ich möchte keine finanzielle „Völlerei“, bei der ich mir Dinge kaufe, die ich mir eigentlich nicht leisten kann.
Ich will eine natürliche, direkte Kontrolle über meine Ausgaben.
Schulden sind wie schlechte Kohlenhydrate: Sie fühlen sich kurz gut an, aber langfristig machen sie dich träge.
Wenn du ein Auto für 15.000 Euro kaufst, musst du ganz andere Rücklagen bilden.
Ein Satz Reifen kostet da schon so viel wie mein halber Golf.
Die meisten Leute machen diese Rechnung aber nicht.
Sie sehen nur die Rate und denken: „Passt schon.“
Aber dann kommt die Versicherung, die Steuer und der Service.
Plötzlich stellen sie fest, dass sie für ihr Auto arbeiten gehen.
Das ist der Punkt, an dem die finanzielle Freiheit stirbt.
Das „Blauäugigkeits-Problem“
Ich sehe das immer wieder: Die Leute leben total blauäugig in den Tag hinein.
Sie kaufen Geräte auf Raten und Autos auf Pump.
Sie haben keinen Cent auf der hohen Kante.
Und wenn dann die Waschmaschine kaputtgeht oder der Golf in die Werkstatt muss, bricht das Chaos aus.
„Ich kann diesen Monat nichts machen, mein Auto war in der Werkstatt.“
Das ist für mich unverständlich.
Wenn du ein Gerät besitzt, egal ob Auto, Kühlschrank oder Waschmaschine, dann weißt du, dass es irgendwann kaputtgeht.
Es ist kein Schicksalsschlag, es ist eine mathematische Gewissheit.
Wer das ignoriert, handelt grob fahrlässig gegenüber seiner eigenen Lebensqualität.
Mein Tipp: Fang an, Rücklagen für deine Geräte zu bilden.
Wenn dein Kühlschrank 600 Euro gekostet hat und wahrscheinlich 10 Jahre hält, dann leg dir 5 Euro im Monat zur Seite.
Es klingt lächerlich wenig, aber wenn er nach 8 Jahren den Geist aufgibt, hast du fast das ganze Geld für einen neuen zusammen.
Das nimmt den Stress aus dem Leben.
Fazit: Ehrlichkeit zu sich selbst
Mein 1.500-Euro-Golf ist ein Symbol für Ehrlichkeit.
Ich muss niemandem beweisen, was für ein tolles Auto ich fahre.
Ich muss mir selbst beweisen, dass ich mein Leben im Griff habe.
Es geht darum, bewusste Entscheidungen zu treffen und die Konsequenzen zu kennen.
Falls du tiefer in meine Gedankenwelt zum Thema Finanzen eintauchen willst, schau dir auch mein Buch an, das ich hier auf dem Blog veröffentlicht habe.
Dort erkläre ich noch genauer, wie man seine Kosten strukturiert, seine Schulden loswird und trotzdem den Spaß am Leben behält.
Du findest es logisch verpackt unter https://borisponitka.de/schuldenfrei/.
Und wenn du regelmäßig Tipps bekommen willst, wie du dein finanzielles Leben aufräumst und mehr aus deiner Zeit machst, dann trag dich in meinen Newsletter ein: https://borisponitka.de/newsletter/.
Hau rein, bleib ehrlich zu dir selbst und kalkuliere deine Kosten nicht so, wie du sie gerne hättest.
Kalkuliere sie so, wie sie wirklich sind.
Das ist der erste Schritt zu einem Leben ohne finanziellen Druck.
Ich wünsche dir alles, alles Gute.
Haust du rein, ich bin raus!
Über diesen Beitrag
Dieser Blogbeitrag umfasst etwa 2.100 Wörter und basiert auf den Inhalten eines meiner Podcasts.
Er spiegelt meine persönliche Sicht auf Finanzen und Lebensführung wider.
Den entsprechenden Podcast findest du hier: https://borisponitka.de/schuldenkobold-podcast/