Dein Schufa Score ist schlecht? Du bist selbst schuld!
Der Schufa Score.
Für viele ist es nur eine mysteriöse Zahl, die irgendwo im Verborgenen schlummert.
Doch diese Zahl hat eine immense Macht über dein finanzielles Leben.
Sie entscheidet darüber, ob du deine Traumwohnung bekommst, ob du einen fairen Kredit für ein Auto erhältst oder ob du deinen neuen Fernseher auf Raten kaufen darfst.
Ein schlechter Score kann dir Türen verschließen, von denen du nicht einmal wusstest, dass sie existieren.
Die gute Nachricht ist: Du bist diesem System nicht hilflos ausgeliefert.
Wenn du verstehst, welche Faktoren deinen Score beeinflussen, kannst du aktiv daran arbeiten und deinen Schufa Score verbessern.
Heute zeige ich dir die sieben wichtigsten Stellschrauben, an denen du drehen musst.
Faktor 1: Deine Kreditkarten
Eine oder zwei Kreditkarten zu haben, wird von der Schufa grundsätzlich als positiv bewertet.
Es signalisiert, dass dir Finanzinstitute vertrauen und dir einen Kreditrahmen zur Verfügung stellen.
Die Falle lauert bei der Anzahl.
Sobald du drei, vier oder mehr Kreditkarten besitzt, dreht sich die Bewertung ins Negative.
Die Schufa geht dann von einem potenziellen Risiko aus.
Die Annahme dahinter: Wer so viele Kreditrahmen benötigt, könnte versuchen, Löcher mit neuen Löchern zu stopfen.
Tipp: Beschränke dich auf maximal zwei Kreditkarten, die du wirklich nutzt und deren Abrechnungen du immer pünktlich und vollständig bezahlst.
Faktor 2: Deine Girokonten
Ähnlich wie bei den Kreditkarten gilt auch hier: Ein oder zwei Girokonten sind völlig normal und unproblematisch.
Je länger du ein Konto bei einer Bank hast, desto positiver wird diese Geschäftsbeziehung bewertet.
Problematisch wird es, wenn du in kurzer Zeit viele Konten bei verschiedenen Banken eröffnest.
Das sogenannte „Konto-Hopping“ wird als unbeständiges und potenziell risikoreiches Verhalten interpretiert.
Jede Kontoeröffnung löst eine Schufa-Anfrage aus, die deinen Score kurzfristig belasten kann.
Tipp: Halte an einem guten Hauptkonto fest und eröffne neue Konten nur, wenn es einen triftigen Grund gibt, nicht aus einer Laune heraus.
Meine Frau und ich beispielsweise sind seit ewigen Zeiten bei der DKB. Hier haben sogar auch unsere Kinder jeweils ein Konto.
Faktor 3: Deine Ratenkredite
Ein Ratenkredit ist erstmal nichts Schlechtes.
Wenn du ihn pünktlich und zuverlässig abbezahlst, beweist du deine Kreditwürdigkeit.
Das kann deinen Score sogar positiv beeinflussen.
Die Gefahr liegt auch hier in der Menge und der Häufigkeit.
Wenn du ständig kleine Konsumkredite für Fernseher, Laptops oder Urlaube aufnimmst, signalisiert das der Schufa, dass du deine Ausgaben nicht aus deinem laufenden Einkommen decken kannst.
Das ist ein klares Warnsignal und drückt deinen Score nach unten.
Warum du dich definitiv mehr mit deinem Geld auseinander setzen musst, habe ich auch schon in meinem Beitrag zum Thema „Termin mit den eigenen Finanzen“ beschrieben (Link dahin: https://borisponitka.de/termin-mit-finanzen/).
Faktor 4: Deine Immobilienkredite
Im Gegensatz zu Konsumkrediten wird ein Immobilienkredit von der Schufa tendenziell sehr positiv gesehen.
Der Grund ist einfach: Bevor eine Bank dir Hunderttausende von Euro für ein Haus leiht, prüft sie deine Bonität auf Herz und Nieren.
Einen Immobilienkredit bewilligt zu bekommen, ist also quasi ein Gütesiegel für deine finanzielle Zuverlässigkeit.
Wenn du diesen Kredit dann auch noch über Jahre hinweg pünktlich bedienst, stärkt das dein Profil enorm.
Faktor 5: Onlinekäufe auf Rechnung
Na, überrascht?
Jedes Mal, wenn du in einem Online-Shop „Kauf auf Rechnung“ wählst, findet im Hintergrund in Sekundenschnelle eine Bonitätsprüfung statt.
Der Shop fragt bei einer Auskunftei wie der Schufa an, ob du als zuverlässiger Zahler bekannt bist.
Diese Anfragen werden zwar als „Anfrage Scoring“ und nicht als „Anfrage Kredit“ vermerkt, aber eine Häufung solcher Anfragen in kurzer Zeit kann deinen Score trotzdem negativ beeinflussen.
Es entsteht der Eindruck, dass du Probleme mit deinem Schotter hast.
Faktor 6: Häufige Umzüge
Auch das ist ein Faktor, der oft übersehen wird.
Menschen, die häufig ihren Wohnort wechseln, werden statistisch als weniger zuverlässig eingestuft.
Die Logik dahinter ist, dass eine gewisse Beständigkeit und ein stabiles soziales Umfeld für eine gute Zahlungsmoral sprechen.
Natürlich musst du umziehen, wenn der Job es erfordert oder du eine Familie gründest.
Aber wer ohne triftigen Grund alle sechs Monate in einer anderen Stadt wohnt, kann damit seinen Score negativ beeinflussen.
Faktor 7: Zahlungsausfälle (Der absolute Killer)
Das ist der mit Abstand wichtigste und schädlichste Faktor.
Ein einziger negativer Eintrag kann deinen Score in den Keller stürzen und dich auf Jahre hinaus als „nicht kreditwürdig“ brandmarken.
Ein negativer Eintrag entsteht, wenn du eine Rechnung trotz zweifacher Mahnung nicht bezahlst und der Gläubiger den Fall an ein Inkassobüro übergibt oder einen Mahnbescheid erwirkt.
Das kann die unbezahlte Handyrechnung sein, die vergessene Rate vom Versandhaus oder die nicht gezahlte Stromrechnung.
Solche Einträge bleiben in der Regel drei Jahre lang in deiner Akte stehen – selbst wenn du die Schuld längst beglichen hast.
Fazit: Du bist der Pilot deines Scores
Dein Schufa Score ist kein Schicksal.
Er ist das direkte Ergebnis deines finanziellen Verhaltens.
Indem du diese sieben Faktoren verstehst und bewusst steuerst, kannst du deinen Schufa Score verbessern und die Kontrolle zurückgewinnen.
Bezahle deine Rechnungen immer pünktlich, halte die Anzahl deiner Konten und Karten im Rahmen und nimm Kredite nur für sinnvolle und geplante Anschaffungen auf.
Die beste Strategie ist, sich regelmäßig mit den eigenen Finanzen zu beschäftigen.
Haust du rein, ich bin raus










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